Praxis
Honorarmodelle je Mandat
Beratung hat keinen Listenpreis. Ein Projekt rechne ich nach Tagen ab, das nächste zu einem Pauschalpreis für einen festen Umfang. Meine Partnerin, die im HR-Bereich berät, arbeitet im Outplacement mit einer Pauschale je Sitzung und bei einer Vermittlung mit einem Prozentsatz des künftigen Jahresgehalts. Jedes Mandat bringt seine eigene Rechenart mit.
Vor ConFlow lief das bei uns über Excel. Für jede Abrechnungsart eine Vorlage — eine für Tagessätze, eine für Pauschalen, eine für Stundenhonorare. Bei einem neuen Mandat kopierten wir die passende und passten sie an: neue Sätze, neue Formeln, neuer Name. Die Konditionen standen im Angebot, die Rechnung entstand daneben in der Tabelle, und beide mussten übereinstimmen.
Zwei Dinge daran haben uns zuverlässig aufgehalten. Das eine waren die Tabellen selbst: jede ein Einzelstück, das man nach einem Jahr Pause erst wieder lesen lernen musste. Das andere waren die Modelle, die sich nicht von allein rechnen. Beim gestaffelten Tagessatz die Frage, ab wann ein kurzer Tag noch ein ganzer ist. Bei der Sitzungspauschale das Zählen der Termine und der Umgang mit dem abgesagten. Beim Prozenthonorar die Zahl aus dem Angebot, die von Hand in die Rechnung wanderte. Die Rechnung war jedes Mal eine kleine Rechenaufgabe, nicht bloß das Ergebnis einer Vereinbarung.
Warum am Mandat, nicht am Klienten
In ConFlow hängt das Honorarmodell am Mandat, nicht am Klienten. Es wird einmal festgelegt, wenn der Auftrag steht, und bleibt dann so. Ein Klient kann mehrere Mandate haben, auch gleichzeitig und auf verschiedenen Modellen.
Ich wähle das Modell am Mandat und trage seine Größen einmal ein:
- Stundenhonorar — der Stundensatz.
- Sitzungspauschale — Preis je Sitzung und deren Dauer.
- Paketpreis — Festpreis für einen Zeitraum, mit enthaltenen Stunden und einem Satz für Mehrleistung.
- Prozent vom Jahresgehalt — Jahresgehalt und Prozentsatz, beides auf der Rechnung ausgewiesen.
- Gestaffelter Tagessatz — Stunden je Tag, erster Satz, Schwelle, zweiter Satz darüber.
Die Reisezeit lege ich ebenso am Mandat fest: gar nicht, anteilig zum Stundensatz oder zu einem festen Satz, bei Bedarf mit Kilometersatz. Danach erfasse ich nur noch meine Sessions.
Was das im Monatsabschluss ändert
Zum Monatsende öffne ich kein Tabellenblatt mehr und suche nicht nach der richtigen Formel. Das Mandat weiß, wie es abgerechnet wird: Die Rechnung übernimmt das Modell und rechnet es aus. Ich gehe die Sessions durch, erzeuge die Rechnung und prüfe sie — statt sie zu rechnen. Bei meiner Partnerin dieselbe Umstellung: Die Sitzungen sind erfasst, die Pauschale steht am Mandat, die Rechnung kommt auf Knopfdruck.
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Stand: August 2026